Geschichte von Trockenobst

Getrocknete FrüchteTraditionelle bekannte getrocknete Früchte, wie z.B. Feigen, Rosinen, Aprikosen, Datteln oder Äpfel sind schon seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel.

Dies ist zurückzuführen auf die frühe Kultivierung im Nahen Osten, wie z.B. dem Irak, Iran und Syrien, sowie der Türkei als auch Ägypten. Die Trocknung von Früchten war auch die frühste Form der Lebensmittelkonservierung. Feigen oder Trauben z.B. welche vom Baum oder der Rebe fallen trocknete durch die heiße Sonne schon von allein. Jäger und Sammler beobachteten diese heruntergefallenen Früchte und bemerkten, dass dieses Obst durchaus auch essbar war und waren sehr beeindruckt aufgrund des süßlichen Geschmacks.

Trockenobst – die erste Erwähnung

Die frühste Erwähnung von getrockneten Früchten finden man auf mesopotamischen Tafeln 1700 v.Chr., auf welchen wohl die ältesten bekannten Rezepte geschrieben sind. Auf diesen Schriften wurde von bestimmten Ernährungsweisen die Rede, die auf Gemüse oder Obst, wie Feigen, Äpfel oder Trauben beruhen. Trockenfrüchte wurden in das Brot integriert, allein dafür hatten sie 300 unterschiedliche Rezepte. Zum einen für einfache Arbeiter und zum anderen für reiche Bewohner.

Trockenobst Die Dattelpalme war eine der ersten angebauten Bäume. Schon vor 5000 Jahren wurde dieser Baum in Mesopotamien domestiziert. Diese Palme war sehr produktiv, schon alleine eine Palme brachte 50 kg an Früchten pro Jahr und das für meistens 60 Jahren oder sogar mehr. Die Datteln waren die billigsten von den Grundnahrungsmitteln. Die Bewohner Mesopotamiens trockneten die Früchte und aßen sie als Süßigkeit. Darüber hinaus galten sie als Beilagen bei Fleischgerichten. Die Trockenfrüchte wurden besonders für ihre Energie geschätzt und galten als hilfreiches Mittel gegen Müdigkeiten.

Feigen wurden hoch geschätzt. Besonders in Ägypten und Israel war der tägliche Konsum von Feigen wohl sogar deutlich höher als der von Datteln. Oft fand man Feigen an Wandmalereien und auch in einigen Gräbern fand man Feigen als eine Art Geschenk. In Griechenland und speziell im damaligen Kreta waren getrocknete Feigen Grundnahrungsmittel für die Armen, aber auch für die Reichen.

Der Anbau von Trauben begann zunächst in Armenien und den östlichen Regionen des Mittelmeers. Rosinen wurden hergestellt, indem man die Trauben in der Sonne der Wüste begraben hat. Daraufhin verbreitete sich der Weinbau und die „Rosinenproduktion“ sehr schnell über Nord Afrika. Dazu gehörten unter anderem Marokko und Tunesien. Die Phönizier und Ägypter machten die Herstellung von Rosinen bekannt, wahrscheinlich wegen der guten Umwelt und der Sonne. Sie lagerten sie in Gefäße und verteilten sie auf verschiedene Tempel. Außerdem wurden sie in verschiedene Aufstriche hinzugefügt.

Verbreitung nach Europa

Feigen-PompeiiVom Nahen Osten gelangen die Früchte über Griechenland nach Italien. Dort wurden sie ebenfalls schnell ein Grundnahrungsmittel. Zur damaligen Zeit aßen Römer Rosinen in unglaublich hohen Mengen und in jeder Gesellschaftsschicht. Sie wurden mit andere Früchten und Oliven eines der beliebtesten Lebensmittel. Rosinen wurden sogar so geschätzt, dass sie bald nicht nur als gewöhnliches Nahrungsmittel galten, sondern ebenfalls auch als Belohnung für erfolgreiche Athleten. Darüber hinaus verwendete man Rosinen sogar bei Tauschgeschäften.

Getrocknete Früchte waren im alten Rom ein Muss. Dies sah man schon an den Instruktionen für die Haushälter:“ Es muss ein hoher Vorrat an getrockneten Feigen, Birnen, Trauben und Rosinen vorhanden sein.

Auch Feigen waren sehr beliebt in Rom. Getrocknete Feigen wurden gleichgestellt mit Brot. Sie nahmen einen Großteil als Nahrungsmittel für den Winter ein, speziell für Landleute.

Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche kommen ursprünglich aus Asien. Sie wurden in China domestiziert und weiter richtung Westen verbreitet. Einige Zeit später gelangten sie auch nach Griechenland und Italien, aber waren dort sehr teuer. Dennoch wurden sie sehr geschätzt besonders für Gourmet Mahlzeiten

Inhaltsstoffe von Trockenobst

Prozentuale Deckung des Tagesbedarfs durch Trockenfrüchte:

 Getrocknete Pfirsichegetrocknete Aprikosengetrocknete Feigengetrocknete DattelnRosinengetrocknete Zwetschgen
Vitamin K868//30
Vitamin A1728///6
Kupfer
1066676
Magnesium438444
Eisen876222
Calcium/26292
Ballaststoffe13122014811

Produktion von Trockenfrüchten

Heutzutage werden getrocknete Früchte von allen Gesellschaftsschichten so gut wie auf der ganzen Welt verzehrt.

Früchte können entweder ganz, halb oder auch nur scheibenweise getrocknet werden. Darüber hinaus können sie nach dem Trocknen auch in kleine Stücke zerkleinert und als Pasten oder Saft verarbeitet werden.

Die übrig gebliebene Feuchtigkeit nach dem Trocknen kann von Frucht zu Frucht variieren, von 3-8% bis hin zu 16-18%.

Sie können außerdem gefriergetrocknet werden. Dabei werden frische Früchte eingefriert und in einer luftleeren Trockenkammer gelagert. Hitze wird hinzugefügt und Wasser verdampft aus der Frucht während sie gefroren ist. Die Frucht wird sehr leicht und knusprig  und behält zum Großteil den Originalgeschmack.

Getrocknete Früchte werden heutzutage Sehr häufig von der Süßigkeiten und Backbranche verwendet. Lebensmittelhersteller verwenden getrocknete Früchte in zahlreichen Saucen, Suppen, Marinaden, Pudding und in Lebensmitteln für Kinder.

Die Trockenfrüchte haben auch bei der Zubereitung von bestimmten Mahlzeiten ihre Vorteile:

  • Organsche Säuren wie z.B. Sorbitol dienen als Befeuchtungsmittel und bieten dadurch mehr Stabilität im Teig
  • Das Fruchtzucker fügt noch einen süßlichen Geschmack hinzu
  • Fruchtsäuren wie z.B. Apfelsäure verstärken den Geschmack und verringern auch ein Bakterienwachstum
  • Zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe erhöhen den Nährstoffgehalt

In einigen Trockenfrüchten wie z.B. in goldenen Rosinen, getrockneten Früchten oder Äpfeln wird  Schwefeldioxid als Antioxidant verwendet, um sie vor dem Verlust ihrer Farbe zu bewahren, indem sie das verdunkeln der Frucht blockieren und den Geschmack verändern.

Bildnachweise, in Reihenfolge:
© womue – Fotolia.com
© Gordan Jankulov – Fotolia.com
© commons.wikimedia.org